Wappen

Die Casinogesellschaft selbst besitzt kein Wappen. Das humorvolle, heute im Eingangsbereich aufgehängte Wappen stammt von der "Pfennig-Fuchsia", einer zur Zeit der Währungs-Einführung der Mark gegründeten Einrichtung zur Hebung des Veranstaltungsbesuchs.



Das Wappen wurde wahrscheinlich vom Mitglied Fries, Zeichenlehrer am Benderschen Institut gemalt.
1887 verfasste dazu Oberförster Adolf Schmitt nach der Weise
"Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust" das folgende Gedicht:

Wie herrlich doch an jener Wand
ein Ölgemälde strahlt,
am Bodensee von Künstlerhand
dem Magazin gemalt!
Es schenkte uns dies Zauberbild
das Ehrenmitglied Roth.
Wir bleiben diesem Wappenschild
getreu bis in den Tod.

Ein Becher, der mit seinem Schatz
im Liebesfeuer flammt,
erhielt den Ehrenplatz,
vom Lorbeer schmuck umrahmt.
Des Hubbergs Perle ist die Braut,
die zärtlich ihn beglückt;
und jeder, der ihr Antlitz schaut,
wird stets von ihr entzückt.

Zur Rechten starrt ein Deckelkrug,
des Bierbraus großer Held;
man bringt mit ihm auf einen Zug
zwei Schoppen aus der Welt.
Er kreiset im Casinosaal
bei jedem Freudenfest;
und glücklich wird dann jedesmal
der Riesendurst gelöscht.

Darunter macht sich im Geviert
die große Schüssel breit,
worin man Bowlen präpariert
zur schönen Frühlingszeit.
Gar köstlich ist der Maienwein
und macht dem Bäuchlein wohl;
es steckt zwar oft ein Katerlein
in solcher noblen Bowl'.

Ein Hitzkopf, der im Silberweiß
den Renommisten spielt,
ward kurzerhand in deutschem Eis
gehörig abgekühlt.
Man achtet zwar den welschen Herrn,
wie wenn er Landsmann wär
und trinkt mit ihm ein Gläschen gern
auf Deutschlands Ruhm und Ehr.

Das ganze zieret wundernett
der Krone höchstes Glück;
als Orden hängt an goldner Kett
ein Zwanzigpfennigstück.
Der hohen Strafe Symbolum
für den, der dienstags schwänzt
und bei der Frau als Unicum
pantoffelmäßig glänzt.

Ein schwarzer Kater sitzt darauf
und jammert in der Nacht:
"Nehmt sorglos mich in Euren Kauf,
der goldne Morgen lacht."
Es glaubt die ganze Compagnie
dem schlauen, falschen Tropf;
gar mancher trägt des morgens früh
den wüsten Katerkopf.

Doch trotzdem wird schon Jahre lang
des Dienstags ungetrübt
bei heitrem Sang und Becherklang
die Kehle flott geübt.
Man huldigt hier, so lang es geht,
getrost dem edlen Nass;
denn in dem goldnen Buche steht:
In vino veritas.

Und fragt uns jemand nach dem Grund
der Verse, deren Ziel,
so werd ihm gleich die Wahrheit kund:
es ist das Dankgefühl,
das unser Pfennig-Magazin,
nach echter deutscher Art,
dem edlen Stifter immerhin
im Herzen treu bewahrt.